• Newsbeitrag
  • 19. Oktober, 2015
  • Darmstadt, Germany

China überholt USA in Bezug auf gebaute Vermögenswerte

Darmstadt, Germany - Deutschland braucht mehr Investitionen in Infrastruktur. Die entwickelten Industrienationen in Europa und Nordamerika haben einen Rückgang der Summe ihrer baulichen Vermögenswerte zu verzeichnen – eine Folge von alternder Infrastruktur und Investitionsstau.

Vermögenswerte

China ist, gemessen am Wert seiner baulichen Vermögenswerte (Built Assets), zum reichsten Land der Welt geworden. Deutschland liegt im Ranking international an fünfter Stelle und ist hinsichtlich der untersuchten Parameter nach wie vor das ökonomische Kraftzentrum eines insgesamt stagnierenden bis rückläufigen Europas, muss aber dringend infrastrukturellen Investitionsrückstau abbauen, um den Negativtrend aufzuhalten und seine Position im globalen Vergleich zu halten. Was den Verlust baulicher Vermögenswerte im Untersuchungszeitraum angeht, zeigt Deutschland mit -21% einen Negativrekord. Dies stellt der jetzt von Arcadis, dem führenden Planungs- und Beratungsunternehmen für natural and built Assets (natürliche Schutzgüter und bauliche Vermögenswerte), veröffentlichte Global Built Asset Wealth Index fest.

Der Global Built Asset Wealth Index, von Arcadis gemeinsam mit dem CEBR (Centre for Economics and Business Research) als globaler Vermögensindex für bauliche Vermögenswerte entwickelt, berechnet für 32 Länder den Wert aller Immobilien und Infrastruktureinrichtungen, die zur wirtschaftlichen Produktivität beitragen. Diese 32 Länder erwirtschaften zusammen 87% des globalen BIP.

Alle weltweit vorhandenen baulichen Vermögenswerte haben zusammen derzeit einen geschätzten Wert von 218 Billionen USD. Dies entspricht einem Betrag von 30.700 USD pro heute lebender Person. Chinas Vermögen an Built Assets liegt zurzeit bei 47,6 Billionen USD. Die Volksrepublik hat damit die USA überholt, die mit 36.8 Billionen USD an zweiter Stelle liegen. Seit dem Jahr 2000 hat China 33 Billionen USD in seine baulichen Vermögenswerte investiert. Dieser Betrag übertrifft den aller anderen Volkswirtschaften zusammen und ist ein Beweis für Chinas beispielloses Maß an Investitionen in die Infrastruktur, nämlich 9% seines BIP. Die Investitionsquoten von globalen Wettbewerbern wie z.B. den USA, die gegenwärtig nur 2% ihres BIP investieren, sind im Vergleich dazu verschwindend gering.

Wie die diesjährigen Untersuchungen ergeben haben, belegt Katar inzwischen eine weltweite Führungsposition und hat Singapur hinsichtlich der baulichen Vermögenswerte pro-Kopf überholt. Der Wert der Built Assets pro Staatsbürger beläuft sich in Katar auf 198.000 USD. Deutschland liegt in dieser Kategorie mit 123.000 USD pro-Kopf im vorderen Mittelfeld.

Julien Cayet, Global Leader of Business Advisory bei Arcadis, erklärt: „Die Gesundheit und das Vermögen einer Nation können auf viele verschiedene Arten gemessen werden. Das BIP und die Beschäftigungsrate sind zwar von großem Wert, doch stützt sich eine wohlhabende und prosperierende Gesellschaft auch auf eine gut entwickelte gebaute Umwelt, welche die Bedürfnisse ihrer Bevölkerung und Wirtschaft erfüllt.“

Cayet weiter: "Chinas Position im diesjährigen Report markiert einen tiefgreifenden Wandel in der Weltrangliste der an baulichen Vermögenswerten reichsten Nationen weltweit. Angesichts aktuell unsicherer Zukunftsaussichten müssen sich jedoch auch China und seine schnell wachsenden Nachbarn wieder mehr auf Qualität als auf Quantität konzentrieren.“

„In den entwickelten Industrieländern verzeichnen wir im Untersuchungszeitraum Stagnation oder sogar Rückgang des Bestandes an baulichen Vermögenswerten, da die alternde Infrastruktur verfällt und die Investitionen nicht Schritt halten oder halten können. Diese Erkenntnis kommt zu einem Zeitpunkt, an dem diese Länder den staatlichen Gürtel enger schnallen und mit weniger mehr erreichen müssen. Für den volkswirtschaftlichen Nutzen ist es daher wichtig, dass jede getätigte Investition – seien es nun neue Gebäude und Infrastruktureinrichtungen oder Modernisierungen und Instandhaltung – den gesamten Lebenszyklus eines baulichen Vermögenswertes berücksichtigt.

Hier geht es zum ausführlichen Bericht von Arcadis >>