• Leistungen: Hochwasserschutz
  • Marktsektoren: Wasser

Modellierung des Gewässersystems Donaumoos

Ingolstadt, Deutschland - Das Wasserwirtschaftsamt Ingolstadt startete das Projekt „Digitalisierung, Modellierung und Visualisierung des Gewässersystems Donaumoos“ um eine fundierte Datenbasis aufzubauen. Anhand eines spezifischen Berechnungssystems soll es zukünftig möglich sein, wasserwirtschaftliche Maßnahmen des Moorkörper-, Hochwasser- sowie Arten- und Biotopschutzes als auch zur nachhaltigen landwirtschaftlichen Nutzung effizienter, schneller und flexibler zu entwickeln, zu bewerten und umzusetzen.

180 km²

Gesamtfläche

Grabensystem DonaumoosBildquelle: Landesamt für Vermessung und Geoinformation Bayern

Im Naturraum Donaumoos mit einer Gesamtfläche von 180 km² gehen im Zuge der Urbanisierung und der damit verbundenen Entwässerung jährlich ein bis zwei Zentimeter Torfboden verloren. Da intakte Moore aufgrund ihrer Wasserspeicherfähigkeit effektiv zum Hochwasserschutz beitragen, zudem als Kohlenstoffspeicher fungieren und ein wertvoller Lebensraum für seltene Tier- und Pflanzenarten sind, soll das beständige Fortschreiten des Torfschwundes und der Moorsackungen aufgehalten werden. Dafür stellte das Wasserwirtschaftsamt Ingolstadt in enger Zusammenarbeit mit dem Zweckverband Donaumoos ein „Entwicklungskonzept Donaumoos 2000-2030“ auf. Um die darin festgelegten Ziele hinsichtlich Moorkörperschutz, Hochwasserschutz, Arten- und Biotopschutz sowie nachhaltiger landwirtschaftliche Nutzung als auch die Umweltziele der EG-Wasserrahmenrichtlinie zu erreichen, haben die Wasserwirtschaftler in Ingolstadt ein digitales Berechnungssystem in Auftrag gegeben. Damit lassen sich wasserwirtschaftliche Maßnahmen zielgerichtet entwickeln, modellieren, bewerten und visualisieren. Das von Arcadis Germany entwickelte System setzt sich modular aus einem Grundwassermodell, einem Niederschlagsabflussmodell und einem hydrodynamisch-numerischen Modell zusammen. Es soll zukünftig für umfangreiche Simulationen und Prognoseberechnungen bis hin zum Grundwassermanagement eingesetzt werden. So lässt sich beispielsweise vorausberechnen, wie sich Niederschläge oder neue Kiesabbauflächen im Donaumoos auswirken. Ebenso können anhand der Modelle belastbare Aussagen getroffen werden, wenn sich besorgte Anwohner über Veränderungen des Grundwasserstands beim Zweckverband informieren wollen. Des Weiteren lassen sich Daten für Renaturierungsflächen generieren oder das Wassermanagement im Sinne einer nachhaltigen landwirtschaftlichen Nutzung verbessern. Das Berechnungssystem soll bis Ende 2019 fertig gestellt sein. Danach erfolgen Kalibrierung und Rechenläufe sowie die Simulation verschiedener Hochwasserszenarien. Mit der endgültigen Übergabe des Berechnungssystems Ende 2020 wird man dann für die dauerhafte Erhaltung des größten Niedermoors Süddeutschlands bestens gerüstet sein.

Leistungen Arcadis

Modulares Bewirtschaftungsmodell Donaumoos

  • Modul 1: Numerisches Grundwassermodell
  • Modul 2: Niederschlagsabflussmodell
  • Modul 3: hydrodynamisch-numerisches Modell
  • Kopplung der Module
  • Benutzeroberflächen der Bewirtschaftungsmodule

Ergebnisse

180 km²

Gesamtfläche

Fragen zum Projekt

Christoph Schöpfer

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