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Der Immobilienmarkt boomt – und ein baldiges Ende scheint weiterhin nicht in Sicht

Vor allem in den deutschen Metropolen finden Kaufpreise und zu erwartende Mieteinnahmen von Wohn- und Gewerbeimmobilien nicht zu einem wirtschaftlich ausgewogenen Verhältnis. Die Rahmenbedingungen aus niedrigen Zinsen und dem im europäischen Vergleich positiven Rendite-Risiko-Verhältnis auf dem deutschen Markt sorgen weiter für eine hohe Nachfrage. Insbesondere ausländische Investoren lassen sich von den hohen Preisen nicht abschrecken. Das Ergebnis: Geringes Immobilienangebot in attraktiven Lagen, sinkende Renditen und über alle Assetklassen hinweg ein rückläufiges Transaktionsvolumen.

Falk Schollenberger

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Immobilie Hochhaus

Bei den Investitionen liegen zunehmend Projekte im Trend, die für eine lebenswerte Stadt stehen. Investoren suchen insbesondere nach Immobilien in Quartieren mit einer starken Durchmischung der Nutzungen, beispielsweise durch eine Kombination von Wohn- und Arbeitsflächen oder deren Nähe zu Kultur-, Einkaufs- oder Freizeiteinrichtungen. Fließende Übergänge zwischen den Quartieren und eine durchdachte Freiraumplanung mit Parks, Promenaden und öffentlichen Stadträumen sollen für eine hohe Lebensqualität und Wohlfühlambiente sorgen. Nicht nur, weil sich Bürgermeister solche Gebäude und Stadtviertel wünschen, sondern auch, weil nur solche Projekte auch dann noch Nutzer haben, wenn die Märkte wieder abflauen.

Investoren weichen bei Wohnimmobilien ins Umland der Metropolen aus

Bei Wohnimmobilien führt das knappe Angebot in den Metropolen inzwischen zu einer Verlagerung der Investitionen ins Umland. Zudem erfreuen sich Nischenmärkte wie Studentenwohnungen und Mikroapartments immer größerer Beliebtheit. Die geringe Verfügbarkeit führte dazu, dass 2018 das Transaktionsvolumen im Vergleich zum Vorjahr um 24 Prozent fiel. Gemessen am Rekordjahr 2015 sank es sogar um 41 Prozent.

Knappes Angebot und hohe Nachfrage prägen auch den Markt für Büroimmobilien

Mit einem Umsatz von etwa 25 Milliarden Euro verzeichnete das Segment 2018 einen Rückgang um 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Wegen der steigenden Preise fiel an vielen Orten die Rendite geringer aus. So sank der Wert in München auf 2,9 Prozent und in Frankfurt sowie Hamburg auf 3,15 Prozent. In den sogenannten B-Städten locken hingegen höhere Renditen.

Online-Handel verändert die Rahmenbedingungen für Retail

Mit einem Anstieg der Quadratmeterpreise war das vergangene Jahr für Retail-Immobilien ein Ausnahmejahr. Betrachtet über die vergangenen fünf Jahre sank das Kaufpreisniveau um über 12 Prozent. Grund dafür ist die zunehmende Konkurrenz durch den Online-Handel. Insbesondere Flächen an weniger attraktiven Standorten sowie gering frequentierte Shopping-Center werden wohl noch weiter unter Druck geraten.

Logistik auf Rekordniveau

Auf den Markt für Logistikimmobilien wirkt sich der Trend zur schnellen Online-Bestellung positiv aus. 2018 stieg das Transaktionsvolumen für Industrie- und Logistikobjekte bundesweit auf 6,6 Milliarden Euro. Noch besser war das Ergebnis nur im Jahr 2017. Steigende Preise sorgen auch hier für sinkende Renditen. Dennoch investieren vor allem ausländische Anleger überproportional oft in diese Anlageklasse. Ihr Anteil betrug 2018 zwei Drittel am Umsatz.

Der Tourismus hierzulande boomt

Ebenfalls starkes Interesse zeigen ausländische Investoren für Hotelimmobilien. 2018 lag ihr Anteil am Transaktionsvolumen bei 40 Prozent. Wegen der zunehmenden Übernachtungszahlen bleibt das Segment für Anleger weiter interessant. Das Statistische Bundesamt verzeichnete 2017 rund 460 Millionen Übernachtungen – Tendenz steigend.

Erfahren Sie mehr zum aktuellen Investitionspotenzial der Assetklassen Büro, Industrie/Logistik, Wohnen, Handel und Hotel in unserem „Immobilienmarkt Deutschland – Trendreport 2019“.

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Falk Schollenberger

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Immer höher, immer weiter? Ende des Booms nicht in Sicht.

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