#ArcadisCitiesBlog: Nachhaltige Krisenstrategien für die Hotelbranche

Durchstarten aus dem Notlaufmodus: Die Krise hat die Hospitality-Branche hart getroffen. Nicht alle Veränderungen sind nur temporär. Welche strategischen Weichenstellungen sind jetzt wichtig, um mit Schwung aus der Talsohle zu kommen? Die „Arcadis City Shapers“ haben Konzepte formuliert, die nach der Krise den entscheidenden Wettbewerbsvorteil bringen.

Vogelperspektive eines Frühstücksraums in einem Hotel

Es liegt in der Natur der Sache, dass der Hospitality-Sektor mit am heftigsten von der aktuellen Krise getroffen wurde. Hotels sind nicht einfach nur Übernachtungsmöglichkeiten, sie sind Orte der Begegnung, des gemeinsamen Arbeitens, der Kommunikation, des Austausches und des Feierns – in jeder Hinsicht also hochsensible Zonen im Falle einer Pandemie. Der erste Lockdown-Schock ist überwunden in der Branche. Obwohl Betreiber und Entscheidungsträger von „Business as usual“ noch weit entfernt sind, beeindrucken die Flexibilität, die Kreativität und das Improvisationstalent, mit der die Akteure aus betriebswirtschaftlicher und organisatorischer Perspektive eine funktionierende Hotellerie „mit angezogener Handbremse“ auf die Beine stellen. Die Herausforderungen waren und sind immens: Abstandsregeln, kontaktarme Check-ins und Check-outs, infektionssichere Bewirtung, Desinfektionsroutinen und -prozesse, Buchungs- und Stornierungsmanagement mit höchsten Anforderungen, die Steuerung einer hochgradig volatilen Nachfrage, prekäre Umsatzentwicklungen, Schwankungen in der Auslastung, Lieferketten mit reduzierter Zuverlässigkeit.

Trotz dieses erfolgreichen Krisenmanagements stellt sich die Frage: Geht da noch mehr? Und muss da vielleicht noch mehr gehen, weil die Krise zumindest mittelfristig der neue Normalzustand wird? Kann die Hotelbranche mit modifizierten und/oder ergänzenden Nutzungs- und Dienstleistungskonzepten und höherer räumlicher Variabilität die Auslastung optimieren und damit wieder Konstanz und Planungssicherheit in die Quartalsbilanzen bringen? Bieten die Optimierung variabler und fixer Betriebskosten noch Verbesserungspotenzial? Die Hospitality-Arbeitsgruppe der „Arcadis City Shapers“ haben in einem Workshop Ideen und Ansätze entwickelt, die der Hotellerie höhere und vor allem nachhaltigere Krisenresilienz verschaffen können. Die vier Themenfelder:

  • Nutzungskonzepte | Serviced-Apartments, Co-Working Spaces, befristete Rahmen-Mietverträge mit Unternehmen, Arztzentren, sozialen Institutionen und Bildungseinrichtungen – wenn die notwendigen baulichen, räumlichen, technischen und infrastrukturellen Anpassungen professionell geplant und gesteuert werden, bietet eine breitere Aufstellung des Hospitality-Nutzungsportfolios echten Mehrwert.
  • Digitalisierung | Während die Digitalisierung der Geschäftsprozesse im professionellen Hotelbetrieb weit fortgeschritten und optimiert ist, offeriert das immobilienorientierte Lifecycle-Management noch signifikante Wertschöpfungspotenziale. Wer in der Krise sein Betriebs-, Wartungs- und Instandsetzungsmanagement mit intelligenten digitalen Lösungen auf den Stand der Technik bringt, startet robuster aus der Talsohle.
  • Klimaschutz und Ressourceneffizienz | Unter Urlaubern und Touristen steigt das Bewusstsein für die Klimabilanz ihrer Aktivitäten, jede Geschäftsreise schlägt sich im Nachhaltigkeitsreport und der CO2-Bilanz eines Unternehmens nieder. Hospitality-Unternehmen, die Energieeffizienz und Klimaschutz konsequent über die gesamten Planungs-, Bau- und Betriebsprozesse und Lieferketten hinweg glaubwürdig umsetzen und kommunizieren, gewinnen den Wettbewerb um den nachhaltigen Gast.
  • Portfolio-Management | Die gesamte Transaktions-, Bau- und Modernisierungspipeline der großen Hotelketten hat sich in einen Strohhalm verwandelt, Projekte werden aufgeschoben oder gleich storniert. Aber Rotstift ist nicht gleich Rotstift. Die Portfolio-Manager der Branche, die ihre Assets in der Krise sorgfältig und smart managen, verschaffen ihren Unternehmen einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil.
  • Infektionssicherheit als USP | Menschen werden immer reisen wollen. Was sich wahrscheinlich dauerhaft ändern wird, ist der Wunsch nach mehr Hygiene und Infektionssicherheit. Für eine Hotelkette kann es den entscheidenden Unterschied machen, ob sie die Einhaltung der einschlägigen gesetzlichen Vorschriften im Kleingedruckten versteckt oder elegante und nutzerfreundliche Lösungen der Gesundheitsvorsorge als zentralen Markenwert positioniert. Die konkrete Aufgabe wäre dann, mit intelligentem Projekt- und Programm-Management aus baulichen und technischen Provisorien professionelle und kundenorientierte Dauerlösungen zu machen.

Es lohnt, diese Themenfelder zeitnah zu diskutieren und in konkrete Lösungen zu verwandeln. Niemand kann die Dauer der Krise exakt prognostizieren, aber es braucht keine prophetischen Kräfte, um vorauszusehen, dass die Menschen der Post-Corona-Phase einigen Nachholbedarf in Bezug auf frisch duftende Betten, leckeres Essen und angenehmes Flair in interessanten Städten haben werden.

Paola Avanzi

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