Rückkehr in den Arbeitsalltag

Folgen und Chancen der Corona-Krise für Arbeitsplatzlösungen und Arbeitskultur

Geschäftsleute mit Smartphone in der Hand auf dem Weg zur Arbeit

Die Chance, einen Wandel der deutschen Arbeitskultur und Arbeitswelt einzuleiten

Arbeitskulturell gibt es gerade wenig zu verlieren und viel zu gewinnen. Das Corona-Virus stellt Unternehmen und Gesundheitssysteme auf eine harte Probe – und zeigt dabei gleichzeitig, dass entgegen weit verbreiteter Meinung die Arbeit vom Home-Office aus in vielen Fällen möglich ist. Wir haben jetzt die Chance, einen Wandel der deutschen Arbeitskultur und Arbeitswelt einzuleiten. Die Einführung flexibler und ortsunabhängiger Arbeit kann Unternehmen resilienter und unabhängiger machen.

Das Virus stellt sowohl in wirtschaftlicher als auch in gesundheitlicher Hinsicht eine extreme Bedrohung dar. Bevor die Menschen an ihren Arbeitsplatz zurückzukehren können, liegt es in der Verantwortung der Unternehmen, dafür zu sorgen, dass sie sich sicher, gesund und geschätzt fühlen. Das allmähliche Wiederanfahren der Wirtschaft wird daher noch über Monate begleitet werden von gesteigerten Hygieneanforderungen und Distanzgeboten. Beispielsweise könnten Mund- und Nasenschutzmasken vorerst zur Pflicht werden.

Die Hygienevorschriften für gemeinschaftlich genutzte Räume werden voraussichtlich überarbeitet, was zu strengeren Reinigungs- und Desinfektionsplänen führen wird. Vor allem in Großraumbüros und Fabrikhallen werden neue Schichtmodelle und Abstandsregeln Einzug halten. Um die Vielzahl der Übertragungswege zu reduzieren, werden Kontaktintensitäten verringert und viele Prozesse digitalisiert werden. Sogar die Erhebung des Infektions- und Immunitätsstatus sowie Tests an der Eingangspforte scheinen nicht mehr ausgeschlossen.

Schrittweise Rückkehr in die Normalität

Das wahrscheinlichste Szenario für das Hochfahren der Wirtschaft ist also ein flexibler, stufenweiser Öffnungsprozess. In diesem Prozess sind wirtschaftliche Interessen und Gesundheitsschutz miteinander in Einklang zu bringen. Entscheidend für die Unternehmen wird dabei sein, ob sie die Kriterien für den Infektionsschutz erfüllen können oder nicht. Der Mindestabstand zwischen den Menschen, ihre Bewegungsfreiheit und die maximale Anzahl von Personen pro Quadratmeter werden ebenso in die Bewertung eingehen, wie die Verfügbarkeit notwendiger Schutzkleidung und die Umsetzung der Hygienevorschriften. Arbeitsplätze als Orte des sozialen Austausches bleiben wohl vorerst nur eingeschränkt zugänglich.

Die Überprüfung vorhandener Strukturen, die Analyse des erforderlichen Bedarfs und die Überleitung in eine neue Belegung ist daher als vorbereitende Maßnahme angeraten. Eine verständliche Begleitkommunikation erhöht nicht nur die Bereitschaft zur aktiven Beteiligung an den geplanten Veränderungen, sondern verbessert auch den Umgang mit Risiken. Vorgaben werden dann am ehesten akzeptiert, wenn sie klar, eindeutig und verständlich sind.

Virtuelle und digitale Zusammenarbeit

Die Spielregeln für unsere tägliche Arbeit werden sich aber nicht nur kurzfristig, sondern auch mittel- und langfristig ändern. Corona hat eine physikalische Distanzierung bei gleichzeitiger Verdichtung der Kommunikation erzwungen. Das Virus ist zu einem Treiber der Digitalisierung geworden und beschleunigt eine Entwicklung, die bislang oft durch Vorbehalte und Investitionsängste ausgebremst wurde. Den Unternehmen und ihren Mitarbeiter*innen ist es gelungen, sich der Ausnahmesituation zu stellen und positive Erfahrungen in der virtuellen und digitalen Zusammenarbeit zu sammeln. Diese positiven Erfahrungen werden die Arbeitskultur auf lange Sicht verändern.

Auch Immobilien müssen sich an diese neue Arbeitssituation anpassen. Es wird zu einer erhöhten Nachfrage nach digitalen Arbeitsplatzlösungen und flexibleren Nutzungskonzepten sowie zu einer stärkeren Fokussierung auf Infektionsschutz und Hygienestandards kommen. Mittelfristig sind daher vor allem technische, organisatorische und strukturelle Herausforderungen zu bewältigen, die der Übergang in eine digitale oder von Distanz geprägte Umgebung und der damit verbundene Verlust sozialer Kontakte mit sich bringen.

Wandel in der Arbeitskultur

Während eine adäquate Infrastruktur für die durch Corona erzwungene neue Arbeitsweise realisiert wird, gilt es gleichzeitig einen nachhaltigen Wandel der Arbeitskultur vorzubereiten. Die fortschreitende Digitalisierung, das flexible und ortsunabhängige Arbeiten und die neue Arbeitskultur setzen neue Maßstäbe für die Gestaltung zukunftsorientierter Arbeitsplatzlösungen. Entscheidend für den Erfolg dieses Kulturwandels wird seine Integration in die jeweiligen Unternehmensziele und -strategien sein.

Führungskultur

Die durch Corona verursachte Disruption hat auch massive Auswirkungen auf die Führungskultur in den Unternehmen. Schon jetzt wird deutlich, dass gerade die Führung virtueller Teams Moderation statt Kontrolle, die Gewährung von Freiraum statt Restriktionen, erfordert. Dieser Geist einer modernen, zukunftsorientierten und auf Vertrauen basierenden Führung ist auf den Weg gebracht und wird die Unternehmenskultur vieler Unternehmen nachhaltig beeinflussen.

 

Das Corona-Virus veranlasst Unternehmen zur Bewältigung radikaler, disruptiver Veränderungen. Gleichzeitig müssen sie lernen, mit Unsicherheit umzugehen und sich auf zukünftige Herausforderungen vorbereiten. Offenheit für Veränderung und das Denken in Alternativen ist dabei unabdingbar. Die ersten Wochen des Shutdown haben den Wandel der deutschen Arbeitswelt und -kultur bereits eingeleitet. Wer sich jetzt mit dem Thema Resilienz auseinandersetzt, dem winken klare Wettbewerbsvorteile. Die Einführung flexibler und ortsunabhängiger Arbeit ist für Unternehmen eine Chance, sich für die Zukunft stabiler und unabhängiger aufzustellen und wird damit zu einem wichtigen Baustein der Zukunftssicherung.

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Dagmar Skuderis

Leiterin Workplace Innovation +49 174 3996326 Ihre Frage an mich
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